Fantasiereise: Neue Ideen für dein Projekt durch Perspektivwechsel | Kreative Methode #2

Du kennst das sicherlich: Du bist kreativ tätig, aber es will nicht so recht fließen. Dir will keine Projektidee kommen, du weißt nicht, wie du dein Portfolio erweitern kannst oder deinem Text fehlt noch das gewisse Etwas. Bevor sich die Angst vorm Scheitern in deiner Arbeit breit machen, ist es Zeit für eine kreative Methode! Lasse den Stift fallen, klapp den Laptop zu. Es ist Zeit für einen Perspektivwechsel. Es wird Zeit für eine Fantasiereise!

Der Podcast zum Artikel: Neue Ideen für dein Projekt durch Perspektivwechsel – Folge #2


Du bist an dem Punkt, an dem du mit Logik und deinem bestehenden Wissen nicht weiter kommst, was ein ganz normaler Zustand in einem kreativen Prozess ist. Dir fehlt durch deine Involviertheit der Abstand, den Kern deines Projekts zu sehen, deine Motivation und dein Ziel. Höchste Zeit für Spiel und Spass! Und zwar nimmst du jetzt dein Thema gedanklich in die Hand, bewegst es behutsam weg vom Schreibtisch und vom (Gedanken-)Chaos, das nur stört statt hilft.

Progressive Abstraktion nach Vollzeitfrei

Eine leichte und zugleich spannende Methode ist die Methode der progressiven Abstraktion. Dabei entfernen wir uns durch Perspektivwechsel vom kreativen Projekt, in dem es hakt. Häufig geht es in kreativen Methoden um die Entfernung vom eigentlichen Thema, um freier zu denken. Der Unternehmensberater Horst Geschka hat die progressive Abstraktion entwickelt. Dabei habe ich die doch recht analytische Methode der progressiven Abstraktion freier interpretiert und mit einer Fantasiereise kombiniert.

Wir begegnen dem Problem oder der Herausforderung auf einer spielerischen Ebene, bewegen uns weg vom Erfolgsdruck und hin auf einen Marktplatz, in ein Kinderzimmer, oder in einen Garten. Wir begeben uns auf eine Fantasiereise! Du bist nicht mehr in der Rolle des Projektleiters, des Schreibers, des Malers usw., sondern du bist der Marktschreier, das Kind oder der Gärtner. In dieser Rolle schaffst du ein Spiegelbild deiner aktuellen Situation – weit weg von der Realität – und machst überraschende Entdeckungen. Wenn du Lust hast und offen dafür bist, dich von mir an einen anderen Ort führen zu lassen, lies weiter 🙂

Du kannst die Methode jetzt mit mir in der Praxis ausprobieren. Dafür habe ich den Garten als Schauplatz gewählt, an den wir reisen werden. Warum? Zum Einen ist das ein Ort, den jeder kennt und an den jeder gedanklich gerne reist. Gärten und Natur sind mit positiven Gefühlen verbunden. Zum Anderen sind Pflanzen im Garten Wunder, denn sie wachsen auch unter schwierigen Bedingungen, halten Regen und Sturm stand, schaffen Wachstum und neues Leben. Genau wie du!

Du als Gärtner bist der Gestalter, du kannst aus dem Weg räumen, was dir nicht gefällt und säen, was du brauchst und liebst. Damit dein Projekt weiter blühen kann.

So öffnest du auch den Blick für Optionen und Alternativen, die du bisher – auf der Logik-Ebene – ausgeschlossen oder gar nicht erst gesehen hast. Lass uns beginnen.

Los geht’s mit der Fantasiereise!

Die Fantasiereise beginnt: Du befindest dich nicht mehr an deinem Schreibtisch. Es ist Sommer und du stehst in der Mitte eines prächtigen Gartens. Du bist jetzt der Gärtner dieses Gartens, und hast dafür zu sorgen, dass es den Pflanzen gut geht und alles gedeiht und wächst. Im Garten ist alles da, was es braucht: viele verschiedene Pflanzen, blühende Blumen, Bienen die summen und Käfer, die zu deinen Füßen krabbeln. Aber auch Schädlinge, Unkraut und trockenes Gewächs. Du siehst eine Gießkanne, vielleicht ist da auch ein kleiner Teich.

Nun geht es darum, dein Projekt in dem Garten wiederzufinden – nur in anderer Gestalt. Je nach dem, wie sehr du Abstand von deinem Projekt brauchst, kannst du folgende Begriffe wörtlich nehmen, deinen Garten wirklich mit Blumen und Pflanzen füllen und mit allem, was dir gerade einfällt, oder du gehst eine Abstraktionsstufe zurück und bewegst dich näher an der Realität. Dann liegt im Gras dein Buch, dein Bild, dein Produkt usw. Das ist ganz dir überlassen.

Diese Fragen helfen, um Klarheit über dein Projekt zu bekommen
(mit Klick auf das Bild wird es größer)

 

+ Herzensblume: Die Herzensblume kann dein Projekt repräsentieren, oder dein Ziel, deine Vision, die du erreichen möchtest. Wie sieht sie aus? Welche Eigenschaften hat sie? Wohin soll sie wachsen? Was tut ihr gut, was schadet ihr?

+ Unkraut: Was ist überflüssig? Unkraut ist so etwas, was zwar nicht aktiv schadet, aber einfach überflüssig ist und nur stört. Manchmal ist es leicht rauszurupfen, manchmal sehr hartnäckig. Vielleicht ist es eine blöde Angewohnheit? Zeitmanagement? Oder eine Person? So oder so: Unkraut ist wie ein unsichtbares Netz, das dich am Platz hält. Frage dich, wie du es los wirst und dann schneide dich los!

+ Schädling: Die sind richtig fies. Sie hindern dich aktiv. Vielleicht kränken sie dich, ziehen dich mit negativen Gedanken runter? Vielleicht ist ein Schädling aber auch nur das Geld, was dir fehlt, oder rechtliche Regelungen, die dir im Weg stehen? Sie sind nicht so leicht loszuwerden wie Unkraut, aber nichts ist unmöglich!

+ Außenseiter – Alternative?! Richte deinen Blick in dunkle Ecken deines Bewusstseins, deines Zuhauses, deines Projekts. Was hast du unbeachtet gelassen? Welche Wege gibt es noch? Ist der Außenseiter deine wahre Herzensblume? Vielleicht ist der Außenseiter der schwierigere – aber richtige Weg? Oder ein Freund oder Mentor, der dir helfen kann? Im Außenseiter steckt Potential, zu lernen. Er ist dein Helfer. Vielleicht verrät dir der Außenseiter, was du an deinem Projekt noch verbessern kannst?

+ Erntebringer: Was pusht dich richtig? Was brauchst du, um gut zu arbeiten? Was bringt die reichsten Früchte in dein Leben? Vielleicht steckt hier noch ungenutztes Potential? Nutze Erntebringer für dich, damit sie dich an dein Ziel tragen. Umgebe dich mit Erntebringern! Womöglich ist der Erntebringer sogar deine wahre Herzensblume? Oder sie ist Mittel zum Zweck – zum Beispiel ein Job, der zwar nicht deine Leidenschaft ist, aber Geld bringt. Was kannst du vom Erntebringer für dein Projekt lernen?

+ Energiezieher: Das Gegenteil vom Erntebringer ist der Energiezieher. Er nutzt dir zwar auch in irgendeiner Form (anders als der Schädling oder das Unkraut), aber er kostet mehr als dass er dich nach vorne bringt. Das kann eine Person sein, ein Hobby, ein Job, eine Angewohnheit oder Gedanken und Einstellungen. Egal was du als Energiezieher identifizierst: Meistens ist es der unbequeme oder mutige Weg, sich gegen die Energiezieher zu entscheiden und sie loszuwerden.


Beantworte die Fragen in Ruhe für dich, oder kreiere deine ganz eigenen Fragen. Gehe durch deinen Garten und werde kreativ! Schreibe dir die Antworten auf und schreibe dir auf, was du gesehen hast. Es ist hilfreich, deinen Garten aufzuzeichnen und zu beschriften. So kannst du ihn länger für dich nutzen – vielleicht gibt es schon sehr bald Veränderungen in deinem Garten, die du erzeugst!

Nach der Fantasiereise ist es nämlich Zeit, umzusetzen, was du für dich mitgenommen hast. Reduziere Energiezieher, entferne Unkraut, aktiviere Außenseiter, schaffe dir Erntebringer, pflege deine Herzensblume.

*Du kannst natürlich auch einen anderen Ort wählen, der dir persönlich besser gefällt.

Ich hoffe, du konntest aus dieser kreativen Methode etwas für dich mitnehmen. Lass es mich gerne wissen, über Feedback freue ich mich! Bis zum nächsten Mal – bleib vollzeitfrei!

Deine Isabell

2 Kommentare

  1. Hi,
    schöner Artikel. Fantasiereisen fördern die Kreativität sehr stark. Ich habe bei mir selbst schon oft beobachtet, dass ich die besten Einfälle während einer Meditation oder Fantasiereise hatte. Wenn die Gedanken ruhig werden, wird Potential für neue Ideen geschaffen 🙂
    Gruß,
    Markus

    • Isabell

      Moin Markus, das geht mir genauso! Wer meditiert, macht sich in dem Moment ganz frei vom Außen, von Erwartungen und Kritik an sich selbst. Man bewegt sich auf seinen Kern zu, so wunderschön, ich genieße diese Momente. Schön, dass du deine Leidenschaft zum Beruf machst <3 Teile doch gerne mal deine Fantasiereisen mit uns! Das ist sicherlich super spannend! 🙂
      Liebe Grüße, deine Isabell

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