Probleme leichter lösen: Kreative Problemlösung | Kreativitätstechnik #2

Problemlösung: Aus der Fähigkeit, bestehende Probleme mit kreativen Einfällen zu lösen, sind die größten Erfindungen der Welt geboren – und die hilfreichsten Alltagsstrategien. „Wie kann ich helfen?“ ist die Frage, die sich Gründungswillige stellen – denn jede Geschäftsidee ist die Lösung für ein Problem der Zielgruppe. Wie du deine eigene Fähigkeit, Probleme kreativ zu lösen, trainierst, zeige ich dir jetzt. 

Eine sehr praktische Anwendung deines kreativen Denkens ist die Problemlösung. Du nickst jetzt wahrscheinlich, und dir fallen sicherlich 1,2,3,… Probleme aus den vergangenen Tagen ein, die du zu bewältigen hattest – oder immer noch hast. Jeder kennt das: Vergessen, einzukaufen, und nun nur noch Reste im Kühlschrank. Kreierst du daraus eine etwas ungewöhnliche Kombi? Dann bist du kreativ – „alltagskreativ“. Das nennt man auch „Little C“ – die „kleine Kreativität“. Bahnbrechende Erfindungen heißen „Big C“. So kann man das kreative Denken kategorisieren – und in Schubladen stecken.

Lösungsorientiertes Denken & Innovationskraft sind auch im Job gefordert. Wer kreatives Denken mit Lösungsorientierung zum richtigen Zeitpunkt zusammenbringt, das Bedürfnis der Zielgruppe und den Zeitgeist trifft, erhält Innovation.

Exkurs in die Psychologie

Probleme zu lösen ist eine Alltagsfähigkeit, die sich ausprägt, sobald sich unser analytisches und antizipatives (Vorausplanen & Transfer-Denken) im Frontallappen (im Gehirn vorne, direkt hinter der Stirn) entwickelt. Ab dem vierten Lebensjahr beginnt die Entwicklung, und mit spätestens zwölf Jahren denkt das Kind ungefähr so logisch und analytisch wie ein Erwachsener. Natürlich ohne seine Erfahrung, seine Fähigkeiten und sein Wissen. Aber die Grundlage ist geschaffen.

Darum begegnen Kinder neugierig und furchtlos allem Neuen, probieren sich spielerisch aus und lernen aus ihrem eigenen Erfahren (heiße Herdplatte ist tatsächlich heiß), anstatt durch Angst und Vorausdenken vor der schmerzhaften Erfahrung geschützt zu werden. Mit dem analytischen Denken erkennen wir Gefahren, bevor sie uns akut betreffen. Das macht das Leben plötzlich schwer – wir haben das Bedürfnis, alles zu kontrollieren und immer „auf der Hut zu sein“. Aber es hilft uns auch, Probleme zu analysieren, die aktuelle Situation zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Wir begegnen den Herausforderungen im Leben mit dem wichtigsten Tool: unserem Gehirn. Und das wollen wir nun im kreativen Lösen von Problemen trainieren.

1. Erschaffe etwas Nützliches

Probleme lösen sich meist daraus, dass du auf das zurückgreifst, was schon da ist und naheliegend (siehe oben Beispiel Gericht zubereiten) und es der Situation angemessen neu kombinierst. Zum Aufwärmen ist diese Übung super:

Wer nicht genau weiß, was er lösen soll, kann es auch nicht lösen. Nicht mit den wildesten Techniken. In der ersten Aufgabe musst du aber genau das schaffen: Stell dir vor, was nützlich sein könnte. Ich gebe dir einige Gegenstände zur Hand, aus denen du durch Kombination etwas Neues schaffen sollst. Das Ergebnis muss natürlich irgendeinen Zweck erfüllen.

Nimm dir für diese Aufgabe 2 Minuten Zeit – stoppe am Besten die Uhr! Bist du bereit?

Du bist auf dich allein gestellt: Was kannst du alles mit einer Schaufel, einem Schirm, einem Schal, einer Suppenkelle, einem Strohhut und einer Wasserflasche (gefüllt) machen? Du brauchst nicht immer alles zu benutzen. Versuche, so viele wie möglich neue Produkte und Lösungen zu erfinden. Du musst zwar nicht jedes Mal das Rad neu erfinden, doch je origineller, desto besser.

2. Finde Lösungen

Im Folgenden beschreibe ich dir zwei Situationen, die dich vor ein Problem stellen, das es zu lösen gilt. Überlege dir so viele Lösungen, wie möglich. Nimm dir für jede Aufgabe 2 Minuten Zeit – stoppe am Besten die Uhr! Im Team macht das wie immer noch viel mehr Spass.

Bist du bereit? Ich sag dir nur so viel: Dir ist eine Katze entlaufen und dein Pizza-Laden hat harte Konkurrenz… Viel Spass beim Lösen!

1. Du wohnst in einem Reihenhaus und hast einen Balkon. Leider ist deine Katze bei offener Balkontür entwischt und in einem Anflug von Mut auf den Balkon der Nachbarn gesprungen. Nun traut sie sich nicht wieder zurück. Sie traut sich auch nicht, einfach vom Balkon in den darunter liegenden Hof zu springen. Der Balkon ist ungefähr zwei Meter entfernt, du kannst also auch nicht rüberspringen. Wie bekommst du deine Katze zurück?

2. Du arbeitest in einem Café, in dem du Pizza-Stücken to go verkaufst. Doch niemand will sie haben – denn nebenan ist ein Italiener, der leckere Steinofenpizza verkauft. Auch er gibt den Kunden auf Anfrage die Pizza2go mit auf die Hand. Wie kannst du es schaffen, der Laufkundschaft deine Pizza schmackhafter zu machen – und mehr davon zu verkaufen?

Wenn du jetzt auf deine Problemlösungen schaust, wirst du sehen, wie vielfältig deine Lösungsoptionen sind! So reich ist deine Kompetenz, dich Problemen zu stellen und mehr als einen Ausweg zu finden. Sei gewiss, du wirst immer Lösungen finden.

Die Kunst ist, viele Ideen zu produzieren. Erst dann zählt die Qualität deiner Lösungen und es gilt, aus der Vielfalt deiner Lösungen die richtige herauszufiltern.

Probieren geht über studieren! Übung macht den Meister. Im Design Thinking jubelt man übrigens über jedes Scheitern, denn jede Erkenntnis bringt dich einen Schritt näher an die Lösung. Du wirst also schlauer, je häufiger zu dich an einem Problem versuchst. Edison hat auch hunderte nutzlose Glühbirnen gebraucht, bis er die eine erschaffen hat, die funktionierte! Und damit hat er schließlich Licht in die Welt gebracht.

Du hast kreative Lösungen für die Übung 1 und 2 gefunden? Teile deine Lösungen mit uns! Schreib mir deine Lösungen an hallo@vollzeitfrei.de, auf Facebook, auf Instagram oder hier in die Kommentare – die Antworten veröffentliche ich an dieser Stelle!

Viel Spass dabei und denk‘ vollzeitfrei!

Deine Isabell

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